Sandfilter oder Kartuschenfilter?

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Neben der chemischen Reinigung des Poolwassers mit Chlor ist der Einsatz einer Filteranlage ein wesentlicher Bestandteil der Wasserhygiene im Gartenpool. Und hier stellen sich besonders Neueinrichter von Pools die Frage, welcher Filter am effektivsten ist – Sandfilter oder Kartuschenfilter? In diesem Artikel erhalten Sie Informationen zu den wesentlichen Unterschieden beider Filterarten und darüber hinaus eine Empfehlung, ob Sandfilter oder Kartuschenfilter die für Sie optimale Lösung ist.

Sandfilter oder Kartuschenfilter: Unterschiede

Nachfolgend werden die wesentlichen Unterschiede beider Filterarten für Sie zusammengefasst, um zunächst einen Überblick über die beiden Filterarten zu erhalten.

Funktionsweisen

Sandfilteranlage

Sandfilteranlage (Quelle* Amazon.de*)

Beim Sandfilter erfolgt die Reinigung des Poolwassers durch Quarzsand. Ausgestattet ist die Sandfilteranlage dabei mit einem Filterkessel, der mit feinem Quarzsand gefüllt ist. Die Pumpe der Sandfilteranlage saugt nun das Wasser aus dem Pool an und lässt dieses durch den Quarzsand fließen. Verschmutzungen bleiben am Quarzsand haften und das gereinigte Wasser fließt weiter in das Becken.

Kartuschenfilter

Kartuschenfilteranlage (Quelle: Amazon.de)


Beim Kartuschenfilter hingegen erfolgt die Wasseraufbereitung durch das Zurückhalten der Verschmutzungen in einer Papierkartusche. Diese befindet sich dabei im Kartuschenbehälter und fängt die Verunreinigungen auf, indem diese an der Oberfläche der Papierkartusche haften bleiben. Das gereinigte Wasser wird anschließend in den Pool zurückgeleitet.

Filtermedium

Quarzsand

Quarzsand (Quelle: Amazon.de*)

Bei der Wahl, ob Sandfilter oder Kartuschenfilter, spielt natürlich auch das Filtermaterial eine entscheidende Rolle. Bei der Sandfilteranlage wird Quarzsand zur Wasseraufbereitung verwendet, der überwiegend aus Quarzkörnern besteht und u.a. auch in der Glasindustrie genutzt wird. Welche Körnung der Quarzsand haben sollte, ist abhängig von der jeweiligen Filteranlage. Grundsätzlich gilt, dass je feiner der Sand ist, desto besser wird das Wasser gereinigt. Ist der Quarzsand verschmutzt, wird das durch einem am Manometer ablesbaren Druckabfall deutlich. Der Filtersand wird durch ein Umlegen der Filterspülung, der sogenannten Rückspülung, gereinigt. Trotz der Rückspülung sollte der Filtersand je nach Verschmutzungsgrad alle zwei bis vier Jahre gewechselt werden.

Filterkartusche

Filterkartusche (Quelle: Amazon.de*)

In Kartuschenfilteranlagen hingegen werden Filterkartuschen eingesetzt, die sämtliche Verschmutzungen in den Lamellen zurückhalten. Der Schmutz wird dabei so lange in der Papierkartusche gesammelt, bis die Lamellen voll sind. Zwar können diese durch ein Abspülen von gröberen Verschmutzungen wie Insekten befreit werden. Doch feine Partikel wie Pollen bleiben haften, sodass die Filterkartusche alle zwei bis drei Wochen getauscht werden sollte.

Einsatzzweck

Für kleinere Aufstellpools oder Planschbecken sind Kartuschenfilter gut geeignet. Verschmutzungen können je nach Pumpenstärke schnell aus dem Wasser herausgefiltert werden und die Handhabung erweist sich dank der einfach auszutauschenden Papierfilter als sehr einfach. Besonders im Innenbereich oder bei überdachten Pools kommt die Filterkartusche häufig zum Einsatz, da dort die Grobschmutzbelastung geringer ist.
Besonders Gartenpools, die über die ganze Saison über betrieben werden, sind vielen äußeren Einflüssen ausgesetzt. Entsprechend ist die Filteranlage mehr Arbeit ausgesetzt, sodass hier eine Sandfilteranlage ratsam ist. Hier sorgt ein Grobfilter für die Vorfilterung des Poolwassers und die restlichen feinen Partikel bleiben im Quarzsand zurück.

Betriebskosten

Bei der Wahl, ob Sandfilter oder Kartuschenfilter für den eigenen Pool eingesetzt werden soll, sind zudem die Kosten ein weiterer wichtiger Aspekt. Kartuschenfilter sind in der Anschaffung meist günstiger. Hier kommen aber noch Kosten für den Wechsel der Papierfilter hinzu, die abhängig vom Verschmutzungsgrad mehrmals im Monat ersetzt werden müssen.

Die Sandfilteranlage hingegen ist bei der reinen Anschaffung teurer. Auch hier kommt noch das Filtermedium, der Quarzsand, hinzu. Doch dieser muss nur ca. alle 2 – 3 Jahre getauscht werden. Somit sind die laufenden Betriebskosten bei der Sandfilteranlage geringer und die höheren Anschaffungskosten gleichen sich nach wenigen Betriebsjahren aus.

Sandfilter oder Kartuschenfilter: Vor- und Nachteile

Im Folgenden sind die wesentlichen Vor- und Nachteile beider Filter aufgelistet, um die Entscheidung, ob Sandfilter oder Kartuschenfilter, einfach zu machen.

Sandfilteranlage

Diese sind besonders im Außenbereich, wo regelmäßig grobe Schmutzpartikel und organische Bestandteile wie Insekten in das Wasser gelangen, aufgrund ihrer Leistungsstärke zu empfehlen. Der Quarzsand kann dabei ganz einfach durch ein Rückspülen gereinigt und anschließend wiederverwendet werden. Langfristig gesehen ist die Sandfilteranlage kostengünstig, da keine Ersatzfilter gekauft werden müssen. Der Quarzsand muss nämlich nur alle 2 – 3 Jahre getauscht werden.

Nachteilig sind zunächst die höheren Anschaffungskosten. Zudem benötigt es für das Rückspülen, also das Reinigen des Quarzsandes, mehr Zeit, als das Tauschen einer Filterpatrone bei den Kartuschenfilteranlagen.

Kartuschenfilter

Vorteilhaft sind die günstigeren Anschaffungskosten, sodass Kartuschenfilter besonders für Einsteiger optimal sind oder wenn der Filter nur zur Saison im Hochsommer im Aufstellpool verwendet werden soll. Zudem ist die Reinigungsleistung nicht schlechter als bei Sandfilteranlagen, solange die Filterkartusche nicht zu stark verschmutzt ist.

Die Verschmutzung der Filterkartusche stellt den größten Nachteil dar, da hier keine Rückspülfunktion angewandt werden kann. Zwar kann man diese mit Wasser abspritzen und gröbere Partikel beseitigen. Kleine, feine Schmutzpartikel wie Pollen, bleiben jedoch haften und verringern die Reinigungsleistung. Zudem ist der Einsatz von Flockungsmittel nicht möglich, da dies zum Verkleben des Filters führen würde. Langfristig stellt also der häufige Wechsel der Papierfilter eine erhöhte finanzielle Belastung dar.

Welcher Filter ist nun der richtige?

Die Entscheidung, ob Sandfilter oder Kartuschenfilter, ist wie beschrieben von diversen Faktoren abhängig. Besitzen Sie einen aufblasbaren Pool, etwa ein Quick-Up-Pool, der nur für die heißen Sommertage im Einsatz ist, genügt allemal ein Kartuschenfilter. Dieser ist günstig, einfach zu handhaben und stromsparend. Suchen Sie allerdings eine langfristige Lösung für einen Aufstellpool, etwa einem Stahlwandbecken, der regelmäßig im Sommer genutzt werden soll und wo eine permanente Wasserqualität gewährleistet werden soll, ist die Sandfilteranlage ratsam bei der Entscheidung, ob Sandfilter oder Kartuschenfilter die richtige Wahl ist. Diese ist konzipiert für den Einsatz in größeren Becken und filtert grobe und feine Schmutzpartikel wie z.B. Graseintrag, Laub, Pollen- und Samenflug heraus. Sie kommt zudem gut zurecht mit Poolchemie und verfügt über diverse Einstellmöglichkeiten, sodass sie die professionellere Lösung ist.

Zusammenfassender Vergleich

 

 

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